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am 21. März

Tag des Waldes: Grüne fordern längst überfällige Baumschutz-Verordnung

Paul Purgina, Christina Engel-Unterberger, Walter Heimerl-Lesnik - Der Tag des Waldes am 21. März soll uns alljährlich die Stellung, die Wälder im Allgemeinen und Bäume im Speziellen für unseren Planeten einnehmen ins Gedächtnis rufen.

Nette Worte alleine sind zu wenig – um wirklich konsequent Umweltschutz zu betreiben ist es unbedingt notwendig, dass diesen auch Taten folgen. Aus diesem Grund setzen wir uns als Grüne für eine Baumschutzverordnung in St. Pölten ein, denn Bäume sind nicht nur als Wald für unser Klima von zentraler Bedeutung, sondern sind auch freistehend in Parks, Gärten oder an anderen Orten ein Garant für Lebensqualität – für Mensch und Tier.


Warum es wichtig ist, Bäume zu erhalten

Bäume sind nicht nur eine imposante Erscheinung, jahrzehntelang – manchmal sogar jahrhundertelang – gewachsen und damit Monumente der Natur, sondern erfüllen auch für das Mikroklima vor Ort zahlreiche wichtige Funktionen:

  • Sie fungieren als Schattenspender und erhöhen die Luftfeuchtigkeit und sind somit, gerade an stark versiegelten Flächen, für die Temperaturregulierung von hoher Bedeutung.
  • Sie säubern die Atemluft da sie sowohl Staub als auch Kohlendioxid aufnehmen können
  • Sie sind Lebensraum und Nahrungsquelle für zahlreiche Tiere, sind Wind- und Lärmschutz und verbessern die Funktonen des Bodens. Bäume sind eine Aufwertung und Verschönerung des Ortsbildes, Bäume laden zum Verweilen ein.

Der Verlust, der durch das Abholzen eines ausgewachsenen Baums entsteht, ist enorm und selbst durch Neupflanzungen kaum aufzuwiegen. Aus all diesen Gründen ist für uns der Erhalt des derzeitigen Baumbestandes in St. Pölten ein wichtiges Anliegen und muss rechtlich abgesichert werden.


Wie es momentan um den Baumschutz bestellt ist

Die Stadt streicht gerne ihre Bemühungen für den Umweltschutz hervor. In der konkreten Umsetzung wird der Schutz der Umwelt jedoch permanent wirtschaftlichen und verkehrlichen Interessen untergeordnet, immer mehr Bäume fallen dem St. Pöltner Bauboom zum Opfer. Leider fehlt der politische Wille, dem entgegenzutreten.

Das Niederösterreichische Naturschutzgesetz bietet Gemeinden explizit die Möglichkeit, eine Baumschutzverordnung sowohl für privaten wie auch öffentlichen Grund zu erlassen - einer Möglichkeit, der die Stadt St. Pölten unbedingt nachkommen muss. Eine Baumschutzverordnung kann dafür sorgen, dass die Interessen der Natur hier ohne Wenn und Aber Vorrang bekommt und unser Baumbestand geschützt und erhalten werden kann.​


Vorbilder für St. Pölten 

​Es ist keineswegs ungewöhnlich, dass Gemeinden in Niederösterreich solche Baumschutzverordnungen erlassen. Nicht nur zahlreiche kleinere Gemeinden, sondern auch größere Städte wie Wiener Neustadt oder Klosterneuburg haben in den letzten Jahren eigene Baumschutzverordnungen beschlossen. Wenn man den Blick über die Landesgrenzen Niederösterreichs hinaus richtet ist als prominentestes Beispiel Wien zu nennen, wo es sogar ein eigenes Baumschutzgesetz gibt, welches sehr umfassende Regelungen für den Erhalt von Baumbestand definiert. Die Landeshauptstädte Graz und Salzburg besitzen ebenfalls Baumschutzverordnungen


Was wir daher konkret fordern

Für uns ist wichtig, dass die Baumschutzverordnung nicht nur leere Worthülsen enthält, sondern tatsächlich verbindliche Kriterien definiert. Für uns hat eine Baumschutzverordnung daher folgende Eckpfeiler zu enthalten:

  • Eine Gültigkeit sowohl für öffentlichen und privaten Raum
  • Ein Verbot, Bäume zu fällen, auszugraben oder sonst wie zu entfernen
  • Ein Verbot, Bäume durch chemische, mechanische oder andere Einwirkungen zu beschädigen
  • Ausnahmen von diesen Verboten müssen einer Bewilligungspflicht unterliegen und dürfen nur aufgrund triftiger Gründe erteilt werden
  • Wenn ein Baum entfernt wird, muss eine Ersatzpflanzung in Form von 5 neuen Jungbäumen vorgenommen werden, davon mindestens eine auf demselben Grundstück.

Im Baumkataster St. Pöltens sind über 12.000 Bäume auf öffentlichem Grund verzeichnet. Unser Ziel ist es, den St. Pöltner Baumbestand quantitativ und qualitativ zu verbessern! Eine Baumschutzverordnung leistet hierzu einen wichtigen Beitrag und sorgt dafür, dass St. Pölten lebenswert bleibt.